Unternehmensbewertung

Zahlreiche Anlässe erfordern eine Ermittlung des Wertes eines Unternehmens.

Der klassische Fall ist sicherlich die Bewertung anlässlich eines angestrebten Unternehmensverkaufes bzw. eines –kaufes. In diesem Fall kann der Gutachter zwar nicht den einzig richtigen Preis ermitteln, dieser wird in Verhandlungen zwischen den Parteien ermittelt. Allerdings kann der Gutachter eine Wertvorstellung als realistischen Anhaltspunkt ermitteln und diesen z.B. durch ein Wertgutachten bei der finanzierenden Bank dokumentieren.

Im Falle von Familien- oder Erbstreitigkeiten sowie bei Gesellschafterauseinandersetzungen ist eine Bewertung des in Frage stehenden Unternehmens, möglicherweise sogar auf Anordnung eines Gerichtes, geboten.

Nicht zuletzt gibt es auch zahlreiche steuerliche Anlässe. Bei einer Einlage in das oder Entnahme aus dem Betriebsvermögen ist der gemeine Wert festzustellen. Im Erbfalle oder bei einer vorweggenommenen Erbfolge ist das Unternehmen zu bewerten. Bilanzielle Fragestellungen erfordern eine Bewertung, so z.B. beim sogenannten impairment test oder bei der Zuordnung von Kaufpreisen (purchase price allocation).

Die Bewertungsmethode richtet sich grundsätzlich nach der Art des Auftrages, dem Anlass und den Besonderheiten im Einzelfall. Während beim Unternehmenskauf das Ertragswertverfahren vorherrscht (bei grenzüberschreitenden Sachverhalten häufig auch das discounted cash flow (DCF) Verfahren), sind bei Gesellschafterauseinandersetzungen die diesbezüglichen Regelungen des Gesellschaftsvertrages zu beachten. Weitere besondere Bewertungsverfahren sind unter Umständen im Steuerrecht anzuwenden.

Vereinfachte Marktverfahren, wie z.B. Multiplikatormethoden, sind mit großer Vorsicht anzuwenden, da die Vereinfachung große Bewertungsrisiken beinhaltet. Sie können allerdings sehr gut zur Plausibilisierung von Bewertungsergebnissen herangezogen werden. Es gibt allerdings für gewisse Branchen (insbesondere Freiberufler) Empfehlungen, bestimmte Multiplikatorverfahren anzuwenden.

Art und Umfang der Bewertung sind somit immer im Einzelfall abzustimmen. Gutachten sollten immer schriftlich vorgelegt werden, damit die Prämissen, die Methodik und damit das Ergebnis nachvollzogen werden können.